/// BIOGRAPHIEN

Rebecca Ockenden
STIMME
Die Sopranistin Rebecca Ockenden kann mittlerweile auf zwei Jahrzehnte Bühnenerfahrung zurückblicken. Als ausgebildete Linguistin und talentierte Schauspielerin sucht sie in ihrem Gesang den Zugang über den Text sowie dessen dramaturgischen und emotionalen Ausdruck. Ihre prägenden Anfangsjahre als Künstlerin verbrachte Rebecca Ockenden in Paris. Nach der Ausbildung am Centre de Musique Baroque de Versailles folgten bald schon Engagements als Solistin mit namhaften Dirigenten der Alten Musik, unter denen diverse Produktionen mit dem inspirierenden Dirigenten William Christie hervorzuheben sind, die auch zur Zusammenarbeit mit Regisseuren wie Adrian Noble führten, dem ehemaligen Direktor der Royal Shakespeare Company. Obwohl ihre Karriere in erster Linie barockorientiert verlief, beinhaltete sie von Anfang an auch Mozartrollen wie Pamina, Zerlina und Barbarina. Rebecca Ockenden trat auf berühmten Bühnen in ganz Europa und der USA auf, von der Pariser Opéra Garnier bis zum Lincoln Center in New York.

Seit einigen Jahren lebt sie in Basel und hat ihr Repertoire auch auf das 19. Jahrhundert ausgeweitet. Ebenso sind ihr die Extreme der klassischen Musik ein Anliegen, so war sie einerseits in zahlreichen Lautenabenden im Duo mit den Lautenist/-innen Sofie Vanden Eynde und Orí Harmelin zu hören, andererseits in zeitgenössischen Produktionen bis hin zur freien Improvisation.

Die wunderbare Sopranistin Rebecca Ockenden berührte mit ihrer klaren zu Herzen gehenden Stimme. Südostschweiz

www.rebeccaockenden.com
 

Ludovic Van Hellemont                              
KLAVIER
Ludovic Van Hellemont wurde 1985 in Belgien geboren. Er diplomierte im Fach Klavier am Koninklijk Conservatorium Brussel bei Jan Michiels und an der Hochschule für Musik Basel bei Claudio Martinez Mehner. Ein Grundstein seiner musikalischen Entwicklung war 2011 die Entdeckung der historischen Aufführungspraxis auf authentischen Instrumenten. Es führte ihn an die Schola Cantorum Basiliensis, wo er unter der Leitung von Edoardo Torbianelli Fortepiano studierte und anfing zu improvisieren und zu komponieren. Zusätzliche Impulse erhielt er unter anderen von Andras Schiff, Ferenc Rados, Menahem Pressler, Alexei Lubimov und Kristian Bezuidenhout. Seit frühster Jugend gilt sein Engagement der Aufführung Neuer Musik. Er ist Mitgründer des belgischen Odysseia Ensembles und Kernmitglied der Basel Sinfonietta und des Ensemble Phoenix Basel. Seit 2014 unterrichtet er eine Klavierklasse an der Alten Kantonsschule Aarau.

In Grindelwald spielte mit dem Belgier Ludovic van Hellemont einer der talentiertesten klassischen Nachwuchspianisten Europas.  Jungfrau Zeitung

www.ludovicvanhellemont.com

Kendra Walsh
TANZIMPROVISATION
Kendra Walsh machte ihre Ausbildung in klassischem und zeitgenössischem Tanz in New York. Sie tanzte u.a. beim Miami Ballet, bei der Dance Brigade in San Fransisco sowie beim Cathy Sharp Dance Ensemble in Basel. Sie spielte und tanzte in Theaterstücken im Theater Basel und im Stadttheater Konstanz. Sie arbeitet immer wieder mit Ann Allen zusammen, kreiert eigene Choreographien und tritt auch mit Soloprogrammen auf. Sie unterrichtet klassischen und zeitgenössischen Tanz und ist Gastdozentin für transdisziplinäre Projekte an der Hochschule der Künste in Bern. 

Walsh hielt die Spannung bis zum Ende, eine Tour de Force.  Basler Zeitung

Ann Allen
REGIE
Ann Allen wurde in England geboren. Sie studierte Musik in Manchester und London, bevor sie nach Basel an die Schola Cantorum Basiliensis kam, wo sie Barockoboe und Schalmei studierte. Mit ihrem Mittelalter-Ensemble Mediva behauptete sie sich als Finalistin beim EMN Young Artists Competition (England) und der Antwerp Young Artists Presentation (Belgien). 2005 rief Ann Allen das Festival Nox Illuminata ins Leben – ein Alte-Musik-Crossover Festival, in welchem neue und alte Musik kombiniert werden mit Tanz, Theater und visueller Kunst. Die Festival fand über mehrere Jahre in Basel statt und war zu Gast im Festspielhaus St. Pölten und dem Burghof Lörrach. Neben ihren eigenen Auftritten als Oboistin und Schalmeispielerin interessiert sich Ann Allen sehr für die Visualisierung von Musik. Sie hat sich auf die Inszenierung atmosphärischer Konzerte spezialisiert. Darüber hinaus arbeitete sie auch als Opernregisseurin und inszenierte unter anderem ‚Dido and Aeneas’ (Purcell), ‚The Dragon of Wantley’ (Lampe) sowie ‚Bastien und Bastienne’ (Mozart).
www.annallen.info 

Francis Poulenc
KOMPONIST  
Francis Poulenc (* 7.1.1899, Paris; † 30.1.1963, ebenda) war ein wichtiger Mittler zwischen den Klangwelten der Spätromantik und der melodischen Moderne. Er war in den 1920er Jahren Teil der künstlerisch aktiven Bohème der französischen Hauptstadt. Zu seinem Freundeskreis gehörten Dichter wie Paul Éluard und Guillaume Appolinaire, aber auch der Bariton Pierre Bernac, für den der zahlreiche Lieder schrieb. Wichtig wurde außerdem seine Freundschaft zu Kollegen wie Erik Satie und Jean Cocteau, mit denen zusammen er sich in der Groupe der Six gegen die akustischen Verschleierungen des Impressionismus wandte, denen er anfänglich mit Klavierwerken wie den „Préludes“ (1916) durchaus nahe stand. Die abstrakte Moderne aber blieb für ihn ebenso eine Spielerei wie die Gefühlswallungen der Debussy- und Ravel-Schule. Francis Poulenc sah sich in der Tradition des Neo-Klassizismus, der sich wiederum unter anderem auf Konzertformen des 18.Jahrhunderts berief. Nach dem Unfalltod eines engen Freundes und einem religiösen Initiationserlebnis wandte er sich 1936 dem katholischen Glauben zu und begann, geistliche Werke wie die „Litanies à la vierge noire“ (1936) zu schreiben. Dem folgten weitere, groß angelegte Vokalkompositionen wie die „Messe G-Dur“ (1937) oder das „Stabat Mater“ (1950), mit der Francis Poulenc an romantische und frühere Klangwelten anknüpfte. Francis Poulenc schrieb neben den Vokalwerken zahlreiche Stücke für Klavier, Kammermusik, die Tragédie Lyrique „La voix humaine“ (1959, nach einem Text von Jean Cocteau), Ballette wie „Les Biches“ (1923), „Les animeau modèles“ (1942) und mehrere Opern wie „Les mamelles de Tirésias“ (1947) und „Les dialogues des Carmélites“ (1957).

Michael Jarrell
KOMPONIST   
1958 in Genf geboren, studierte Michael Jarrell Komposition am Genfer Konservatorium bei Eric Gaudibert sowie in mehreren Meisterklassen in den USA (Tanglewood, 1979). Er vervollständigte seine  Ausbildung an der Staatlichen Hochschule für Musik in  Freiburg (Breisgau), bei Klaus Huber. Seit 1982 erhielten seine Werke zahlreiche Auszeichnungen: Prix Acanthes (1983), Beethovenpreis der Stadt Bonn (1986), Marescotti (1986), Gaudeamus und Henriette Renié (1988) und den Siemens-Förderungspreis (1990). Zwischen 1986 und 1988 war Jarrell Stipendiat an der Cité des Arts in Paris und Teilnehmer des InformatikKursus am Ircam. Er war Stipendiat der Villa Medici (Rom,1988/89). 2010 wurde er mit dem Musikpreis der Stadt Wien ausgezeichnet. Seit 1993 ist er Professor für Komposition  an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1996 war er composer in residence des Festivals von Luzern und 2001 erhielt er von den Salzburger  Festspielen den Auftrag für ein Klavierkonzert. Im selben Jahr  wurde er Chevalier des Arts  et des Lettres. 2004 wird er zum Kompositionsprofessor am  Conservatoire supérieur von Genf ernannt. Der konzertante Stil bedeutet für Jarrell eine bleibende Inspirationsquelle: ...un temps de silence... wurde im März 2007 in Genf von Emmanuel Pahud und dem Orchestre de la Suisse Romande unterder Leitung von Heinz Holliger uraufgeführt. Das Orchestre de la Suisse Romande spielte 2009 die Erstaufführung von ...Le Ciel, tout à l’heure encore si limpide, soudain se trouble horriblement... unter der Leitung von Marek Janowski. Seine Oper Galilei, nach Brecht, ein Auftrag des Grand Théâtre de Genève, wurde im Januar 2006 uraufgeführt. Die Kammeroper Cassandre, 1994 am Pariser Châtelet uraufgeführt, wird international gespielt, in Übersetzungen ins Deutsche, Englische, Spanische, Finnische, Russische und Italienische.

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